24. Mai 2010
Ein Penner stößt im Stadtpark von Dukes mit einem dominikanischen Einwanderer zusammen. Die Entschädigung findet er umgehend in Form eines Päckchens Diamanten im Wert von 2 Millionen Dollar, die bei dem Zusammenprall aus einem städtischen Müllbehälter fallen.
So endet das zweite Add-On “The Ballad of Gay Tony” zu Rockstars Verkaufshit GTA 4. Zusammen mit “The Lost and Damned” bildet das Add-On-Bundle das beste GTA aller Zeiten. Markantere Protagonisten, abgedrehtere Auftraggeber, neue Helikopter, Motorräder, Fahrzeuge, Waffen, ein Fallschirm und kreativere Missionen runden den gut 30 stündigen Open-World-Titel ab und machen ihn somit noch besser als das ohnehin schon exzellente Hauptspiel.
“The Lost and Damned” (TLAD) erzählt dabei eine düstere Geschichte um den Biker Johnny Klebitz und seine Gang “The Lost”. Dieser läuft bereits Niko Belic in GTA 4 im Auftrag des russischen Drogenbosses Ray Bulgarin über den Weg. Dabei verlieren “The Lost” eines ihrer jüngsten Mitglieder. Dieser Todesfall wird auch im Add-On aufgegriffen und dient Billy, dem verrückten und kürzlich aus der Besserungsanstalt entlassenen Anführer der Gang, als Vorwand für einen persönlichen Kleinkrieg gegen die Gang-Rivalen “Angels of Death”. Dieser und andere Querverweise finden sich in den beiden Add-Ons immer wieder und sorgen so für den ein oder anderen Schmunzler.
Alle drei Protagonisten – Niko Belic aus GTA 4, Johnny Klebitz aus TLAD und Luis Lopez aus “The Ballad of Gay Tony” (TBOGT) – laufen sich dabei mehrfach über den Weg. Grund dafür sind die Steine im Wert von zwei Millionen Dollar, die im Verlauf der Story mehrfach ihren Besitzer wechseln und am Ende doch einem lachenden Vierten in die Hände fallen.
Während sich Johnny in TLAD in einem sich immer stärker drehenden Strudel von Gewalt und Mord wiederfindet, ist das Leben von Luis – der zufällig eben dieser bereits erwähnte dominikanische Einwanderer ist – wie eine Hommage an GTA Vice City. Nachtclubs, Drogen, Paparazzi, die italienische Mafia und ein schon fast wahnsinnig spaßiges Waffenarsenal machen das zweite Add-On zu einem wahren Hollywood-Actionfeuerwerk (oder sollte man besser Vinewood sagen?
. Besonders der arabische Baulöwe Yusuf Amir sorgt dabei mit seinem vergoldeten Kampfhelikopter “Buzzer” und seinem gestohlenen NOOSE-Panzerwagen (die Liberty City Variante von SWAT) für filmreife Explosionsserien. Von exhibitionistischen Kongressabgeordneten über schwule Nachtclubbesitzer bis hin zu zwergenwüchsigen Möchtegern-Proleten biete TBOGT das ganze Arsenal einzigartiger Charaktere auf, die die GTA-Serie und den Humor seit Vice City so einzigartig machen.
Nicht zuletzt das Waffenarsenal in TBOGT – vergoldete Uzis, AA-12-Automatikschrotflinten mit Explosivgeschossen, eine schallgedämpfte P90 mit Reflexvisier oder ein leichtes Maschinengewehr vom Typ M249-SAW – sind eine willkomene Abwechslung zum sonst so üblichen AK47-Einerlei. Vor allem das LMG lässt in einer der späteren Missionen echtes Scarface-Flair aufkommen, wenn Luis auf einer Ballustrade im Nachtclub “Maisonette 9″ mehrere Wellen russischer Gangster abwehrt.
Die abschließenden Missionen der beiden Titel bieten dabei alles auf, was die Rockstar-Palette anzubieten hat: Ein Einbruch(!) in ein Staatsgefängnis, mit Heroin vollgestopfte Clownsfiguren, “vergoldete” Luftunterstützung, eine Flugzeugverfolgung und ein abschließender Sprung aus mehreren 1000m Höhe. Respekt Rockstar, so müssen Add-Ons sein.
Nun heißt es warten auf den fünften Teil (oder vielleicht auch noch das ein oder andere Zusatzpaket).
Wobei John Marston und der Wilde Westen in Red Dead Redemption wohl erst einmal einen Teil meiner persönlichen Wartezeit überbrücken könnten…