7. Dezember 2009
Ja, richtig gelesen: Dies ist die Review zum ersten Teil der Uncharted-Reihe. Mit zwei Jahren Verspätung hat das Spiel nun auch mal seinen Weg in mein PS3-Laufwerk gefunden.
Aus Ermangelung eines richtigen “Story-Spiels” – nachdem ich jetzt Assassins Creed 2 durch habe – wollte ich den durchweg gut bewerteten Tomb-Raider-Klon mal ausprobieren. Die erste Stunde führt einen gut ins Spiel und die Geschichte ein und entfaltet dabei eine vielversprechende Story, die mit der Suche nach der berüchtigten Goldstadt El Dorado beginnt.
Die Bewegungen vom Protagonisten Drake sind mittlerweile und besonders im direkten Vergleich zum Assassinen Ezio ein bißchen behäbig und schwammig. Das Kampf- und Deckungssystem ist ehrlich gesagt nicht so meins aber durchaus fair und gut bedienbar. Die KI bemüht sich, es dem Spieler durch Flankenangriffe und den geschickten Einsatz von Granaten schwer zu machen. Man muss ständig in Bewegung bleiben um den Gegnerhorden Herr werden zu können. Allerdings wechseln sich nach einer guten Stunde immer wieder im gleichen Turnus die Kletterpartien und die Schießereien ab, was ein wenig konstruiert wirkt. Zumal die Gegner einem regelmäßig geskriptet in den Rücken fallen, was an manchen Stellen unrealistisch und konstruiert wirkt.
Die Waffenauswahl deckt das gewohnte Spektrum ab, von der Pistole über die Schotflinte und die AK bis hin zur Granate. Was allerdings ein wenig verwirrend ist, ist dass die Pistole die beste Waffe ist. Ein relativ großer Munitionsvorrat (auch wenn in Uncharted chronischer Munitionsmangel herrscht), die beste Präzision auf Entfernungen (was ja eigentlich recht untypisch für eine 9mm ist) und eine höhere Durchschlagskraft als zum Beispiel die AK.
Der einzige weitere und somit auch letzte Kritikpunkt am Spiel ist die durchaus selbstmörderisch anmutende Angewohnheit der Gegner, immer bis auf wenige Meter an Drake heranzustürmen. Das macht in den meisten Gebieten die 9mm-Schrotflinte-Kombination zur perfekten Waffenwahl.
Atmosphärisch und was die Inszenierung betrifft kommt einem Uncharted vor wie eine Mischung aus Tomb Raider und einem Indiana Jones-Film und vereint dabei die besten Eigenschaften beider Titel. Alles in allem ein sehr gutes Spiel für Leute die Tomb Raider bereits gemocht haben – und das nicht nur wegen Lara Croft – und auf Third-Person-Action mit gelegentlichen Klettereinlagen stehen. Zumal der zweite Teil den ersten ja noch weit übertreffen soll, wenn man den Tests in der Fachpresse glauben mag. Mein Fall ist das Spiel allerdings trotzdem irgendwie nicht, vor allem nicht als direkter persönlicher Nachfolger von Assassins Creed 2.
Ich persönlich warte lieber auf die DLC’s zu Ubisofts Meuchelabenteuer und überbrücke die Feiertage mit FIFA, dem MP-Modus von Modern Warfare 2 und Killzone 2.