Allzu viele Stunden habe ich noch nicht in den Ausläufern der Mojave-Wüste verbracht. Allerdings kann ich jetzt bereits sagen dass FNV eine gelungene Fortsetzung des großartigen Fallout 3 ist, wenn man es denn überhaupt so recht als Fortsetzung bezeichnen kann.
Es fühlt sich spielerisch genau an wie Teil 3. Gleiches Interface, gleiche Grafik und trotz eines kleinen Tapetenwechsels irgendwie das gleiche Setting. Der Umzug von den Umlanden der amerikanischen Hauptstand in die Wüste rund um die neubegründete, wohl berühmteste Spielerstadt der Welt bringt allerdings auch neben neuer Locations weitere Verbesserungen und Neuerungen mit sich. Es gibt zusätzliche Waffen, ein erweitertes Begleiter-Kontrollsystem und logischerweise auch neue Fraktionen mit eigenen Geschichten. Ein weiteres kleines Feature hat sich bereits nach meiner nur sehr kurzen Spielzeit äußerst positiv hervorgetan: unterschiedliche Munitionstypen.
Bereits in Fallout 3 gab es unterschiedliche Kalibergrößen, Laser- oder Plasmawaffen. In New Vegas besteht aber zudem noch die Möglichkeit, die Waffe mit panzerbrechender oder Hohlspitzmunition auszurüsten. Erstere bezwingt im Handumdrehen mit einer Kugel einen schwer gepanzerten Gegner, der mit üblicher Munition gut 6-7 Treffer einstecken könnte. Die Hohlspitzmunition ist bei gepanzerten Gegnern hingegen mehr als nutzlos, fügt aber ungepanzerten Zielen vermehrten Schaden zu. Equivalente dieser Munitionsarten gibt es natürlich auch für die Strahlenwaffen.
Alles in allem spielt sich Fallout: New Vegas ein wenig schwerer (weniger Munition, stärkere Gegner, schwächere Waffen) als sein Vorgänger. Mit allen seinen kleinen Neuerungen und Verbesserungen ist es aber das Spiel, das Fallout 3 hätte sein können. Viele Studios scheinen diesen Fakt aktuell als Entwicklungsstrategie für sich entdeckt zu haben. Das zweite Assassins Creed war das, was der erste Teil hätte sein sollen und Rom in Brotherhood ist drauf und dran das New Vegas für Ubisofts Meuchelmörderspiel zu werden. Modern Warfare 2 brachte nicht wirklich viel Neues im Gegensatz zum direkten Vorgänger, war aber noch ein Stück intensiver und konnte so überzeugen. Und selbst Blizzard hat bei Starcraft 2 das Rad nicht neu erfunden, dabei aber dennoch ein Meisterwerk erschaffen.
Deswegen bin ich der Meinung dass Bethesda seinen Job mit New Vegas mehr als gut gemacht hat, auch wenn die komplette Engine langsam ein wenig angestaubt wirkt. Allerdings muss ich persönlich auch sagen, dass die hier und da groben Texturen das postapokalyptische Setting durchaus noch ein wenig unterstreichen. Jetzt bin ich nur mal gespannt was die Story noch so alles hergibt. Wir werden sehen…